Château Laquirou - La Clape, France Château Laquirou - La Clape, France
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Mit Musik zum Wein

Händel, Rock und Trobadore ...

Kurz nach 1800 im kulturell aufblühenden Zürich: Der Pfarrer Jakob Christoph Hug, ein begeisterter Musiker, übernimmt die erste «Musikalien-Handlung» der Schweiz. Heute, mehr als 200 Jahre später, leitet Erika Hug das führende Schweizer Musikunternehmen in sechster Generation. Aus Familientradition schon früh im klassischen Geigenspiel unterrichtet, interessierte sie sich, dem Zeitgeist ihrer Generation entsprechend, auch für Folk-, Rock- und Weltmusik. So gab sie der weissen Spitzencuvée, die auf Château Laquirou angebaut wird, den Namen «Roxanne», nach dem gleichnamigen Song der englischen New-Wave-Band «The Police» aus dem Jahr 1978.

Durch ihr Engagment für Château Laquirou in La Clape lernte Erika Hug nicht nur die Weinbaukultur, sondern auch die reiche Musikgeschichte des «Langue d’oc», dem Land in dem okzitanisch gesprochen wird, kennen. Spätestens ab der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entwickelte sich hier eine komplexe weltliche Liedkunst. Die sogenannten Trobadore waren Dichter, Komponisten und Sänger. Sie zogen durchs Land und unterhielten die Menschen mit «Canso» (Liebeslied), «Sirventes» (Vasallenlied) und «Balada» (Tanzlied). Die Trobadore kamen aus allen Bevölkerungsschichten, unter ihnen befanden sich ebenso Adelige und Mönche, wie Bauern und Artisten. Auch Frauen waren mit dabei. Als berühmteste «Trobadora» gilt die Comtessa de Dia (ca. 1140 bis 1175).

Die Aufführungen fanden meist in festlichem Umfeld statt. In einem Versroman aus jener Zeit ist zu lesen: «Jetzt kommen die Jongleure herbei, ein jeder wollte sich hören lassen … Der eine erzählt, der andere begleitet, der eine spielt Dudelsack, der andere Mandora; einer lässt Marionetten tanzen, der andere jongliert mit Messern …» Die Blütezeit der Trobadorkultur im Languedoc dauerte rund 200 Jahre. Der aus Narbonne stammende Guiraut Riquier (1230 bis 1294) ist als letzter Trobador in die okzitanische Geschichte eingegangen. Er verfasste 89 Gesänge, von denen 48 erhalten geblieben sind. Für den Niedergang der Liedkultur waren die Kreuzzüge gegen die Katharer sowie die Unterdrückung der Regionalkulturen durch den französischen Zentralismus verantwortlich.

Seit bald 20 Jahren erlebt nun die okzitanische Kultur im Laguedoc eine Renaissance. Der beste Beweis dafür ist der grosse Zulauf zu den sogenannten Calendretas, das sind Privatschulen, in denen okzitanisch unterrichtet wird. In vielen Dörfern gibt es zudem Chöre, die okzitanisch singen. Viele der professionellen Bands, welche die mittelalterlichen Lieder neu interpretieren, setzen traditionelle Instrumente wie Laute, Harfe, Dudelsack, Bogenfiedel, Drehleier oder Akkordeon ein, oft ergänzt durch Gitarre, Bass, Keyboard, Saxophon und Schlagzeug. Eine zentrale Rolle spielen auch alte Blasinstrumente, darunter verschiedenste Flöten sowie die «Autbòi», eine spezielle Form der Oboe. Die Kompositionen, in denen dieses Instrument zum Einsatz kommt, erinnern oft an die Klangwelt der Schafhirten, geprägt vom hellen Blöken der Tiere, dem Bimmeln der Schellen und den Zurufen und Pfiffen ihrer Bewacher. Verschiedene jüngere Interpreten vereinen das Trobador- Liedgut mit Einflüssen aus Jazz, Rock, ja sogar Hip-Hop.

Durch das vielfältige Aufleben der Regionalkultur wächst auch das Interesse an der christlichen Glaubensgemeinschaft der Katharer wieder, die vom 12. bis ins 14. Jahrhundert – also gleichzeitig mit der Blütezeit der Trobadorbewegung – im Languedoc ansässig war. Die Katharer waren vor allem in den schwer zugänglichen Ausläufern der Pyrenäen und Cevennen ansässig und führten ein bescheidenes, enthaltsames und zurückgezogenes Leben, bis sie von der römischkatholischen Kirche durch die sogenannten Ketzerkreuzzüge verfolgt und weitgehend vernichtet wurden.

Verschiedene Musiker vertonen auch Poesie von zeitgenössischen okzitanischen Dichtern, um diesen ein grösseres Publikum zu verschaffen. So hat etwa der bekannte Sänger Gérard Zuchetto eine Auswahl von Poemen von René Nelli (1906 bis 1982) musikalisch arrangiert. In dessen Gedicht «La Tronadissa» heisst es: Das Grollen des Donners gräbt sich ein in die Frische des Tales Die Vögel sind fortgeflogen mit den Farben des Landes Nur die Wege, die den Horizont verlieren, bringen mich dem näher, was ich liebe

 

 

 

 

Chateau Laquirou
Bilder aus dem Weingut Château Laquirou
Klavierspielen mit Sicht auf die Reben:
Musik und Wein bilden auf Château Laquirou eine harmonische Symbiose.

Bilder aus dem Weingut Château Laquirou
Alte Minnegesänge neu vertont
Einer der gegenwärtig bekanntesten Sänger im traditionellen Stil ist der Komponist, Autor und Ethnologe Gérard Zuchetto, der seit 1985 eine ganze Reihe von CD-Aufnahmen veröffentlicht hat. Mit Nachbauten von alten, längst verschwundenen Instrumenten verfolgt er ein Konzept, das er mit «Motz de Valor» («Wörter des Wertes») umschreibt. Zuchetto ist auch Gründungsdirektor des Centre Trobar Na Loba in Carcassonne, das sich mit der Erforschung und Verbreitung der okzitanischen Trobadorkultur des 12. und 13. Jahrhunderts beschäftigt.

Aufnahmen von Gérard Zuchetto und anderen Interpreten der traditionellen mittelalterlichen Trobadorkultur sind bei Musik Hug in Zürich, Tel. +41 (0)44 269 41 82 erhältlich.

Bilder aus dem Weingut Château Laquirou
Okzitanische Frauenpower
Mit mediterranem Temperament, elektrisierender Frische und archaischer Wucht interpretieren die sechs Frauen der Formation «La Mal Coiffée» ihre okzitanischen Volkslieder, von denen viele ebenfalls aus der Schatztruhe der alten Trobadore stammen. Die Dynamik ihres Vor trages beruht auf dem Zusammentreffen von sechsstimmigem A-cappella- Gesang und rasanten Trommel - wirbeln, begleitet von alten Instrumenten. Ihre «Chansons languedociennes des Vignes et des Bistrots» beschreiben meist das ländliche Leben. Im Lied «Roseta», beispielsweise, heiratet eine junge Frau den Dorfschmied, obwohl sie sich doch so sehr vor den fliegenden Funken in seiner Werkstatt fürchtet

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